Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt

Fernbedienung Moselschleusen

Bundesweit sollen fast alle Schleusenanlagen an den Binnenwasserstraßen fernbedient werden. Dazu entstehen regionale Leitzentralen, von denen dann mehrere Schleusenanlagen gesteuert werden.

Die Mosel hat zwischen Koblenz und Trier zehn Schleusenanlagen, die im Endausbau aus jeweils zwei Schleusenkammern und der Wehranlage bestehen.

Für die Moselschleusen einschließlich Wehranlagen werden zwei Leitzentralen gebaut. Von der Leitzentale Trier werden die Schleusenanlagen Trier, Detzem, Wintrich und Zeltingen fernbedient. Die Schleusenanlagen Enkirch, St. Aldegund, Fankel, Müden, Lehmen und Koblenz werden an die Leitzentrale Müden angeschlossen.

Die selbstbedienbaren Bootsschleusen können bei Störungen auch aufgeschaltet werden.

An den Schleusenanlagen selbst gibt es künftig nur noch ein Technikgebäude, in dem sich auch ein Notbedienstand befindet. Dieser wird aber nur bei Reparatur- und Wartungsarbeiten an der Schleuse bzw. bei Störungen in der Leitzentrale besetzt.

Beide Leitzentralen werden gleich groß. Somit besteht bei der Leitzentrale Trier die Option, weitere Anlagen aufzuschalten.

Damit alle Leitzentralen nach dem gleichen Standard gebaut werden, hat das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) die Entwicklung eines Leitfadens in Auftrag gegeben. Dieser „Leitfaden Automatisierung und Fernbedienung von Anlagen der WSV“ ist seit September 2015 offiziell eingeführt. Die ersten Leitzentralen, die danach gebaut werden, sind die Leitzentralen Trier, Müden, Herne (Rhein-Herne-Kanal) und Dorsten (Weser-Datteln-Kanal).

Für die Umsetzung der Baumaßnahmen der Leitzentralen Trier und Müden ist das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Trier (WSA) verantwortlich.

Zusammen mit der Bundesanstalt für Wasserbau (BAW) in Karlsruhe wurde das Gebäude entworfen. Dieses besteht aus drei Modulen, dem Warteraum (Leitstand), dem Technikraum und den Büro- und Sozialräumen.

Nach Abstimmung des Entwurfs mit dem BMVI, hat das WSA Trier den Landesbetrieb Liegenschafts- und Baubetreuung (LBB) in Trier mit der weiteren Planung, Ausschreibung und Bauüberwachung beauftragt. Vorrangig soll hierbei die Leitzentrale Trier baulich umgesetzt werden, da diese mit der Fertigstellung der zweiten Schleuse Trier in Betrieb gehen muss.

Die Leitzentrale Trier wird innerhalb des Geländes der Schleusenanlage Trier gebaut. Sie liegt etwas abseits des Schleusenbauwerks im hochwassergeschützten Bereich.

Es ist geplant, mit dem Bau der Leitzentrale Trier 2017 zu beginnen. Die Inbetriebnahme ist für 2019 vorgesehen. Zunächst wird nur die zweite Schleusenkammer Trier aufgeschaltet. Die anderen Kammern und die Wehranlagen müssen nach und nach auf die neue Leittechnik umgerüstet werden. Das Gleiche gilt auch für die Schleusenkammern, die von der Leitzentrale Müden aus bedient werden sollen. Diese geht voraussichtlich Ende 2020 in Betrieb.

Fernbedienung Moselschleusen

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